Dackel sind toll. Ein großer Hund in handlichem Format
Entgegen vieler Behauptungen lassen sich Dackel sehr gut erziehen, sie sind clever und verstehen schnell, was man von ihnen will. Aber sie überlegen eben oft dreimal, ob sie das Verlangte auch ausführen wollen... Sie testen konstant ihre Grenzen aus. Wenn man einen Dackel zurückruft, flitzt der meist nicht gleich zu dir her, sondern peilt auf dem Rückweg noch ein Blümchen zum beschnuppern an, während er dich fortwährend anschaut und sich offensichtlich fragt "Was macht dieser Mensch wohl, wenn ich jetzt nicht komme?". Da muss man sich das Grinsen verkneifen und konsequent bleiben, dann ist das i.d.R. auch kein Problem mehr.
Wenn man Dackel gut behandelt, haben sie eine sehr starke Bindung an ihre Familie, meistens suchen sie sich eine ganz besonders gute Bezugsperson aus, der sich auch manchmal hinterhertrotten, wenn sie im Haus umhergeht.
Eine enge Bindung schließt allerdings nicht aus, dass sie nicht auch mal ihr eigenes Ding machen und stiften gehen. Die Eigenständigkeit gehört eben dazu.
Wenn man sie nicht gut behandelt, können sie allerdings sehr nachtragend sein und machen ihren Unmut auch deutlich kund.
2 von den 3 Dackeln, die ich in unserer Familie miterleben durfte, waren ziemlich futterneidisch. Ressourcen, die ihnen wichtig waren, wurden erbittert verteidigt. Wenn die beiden einen Knochen hatten, konnte nur die Hauptbezugsperson ihnen diesen Knochen wegnehmen. Wenn sich andere bis auf einen Meter näherten, wurde geknurrt, gefletscht und notfalls sogar geschnappt.
Ein befreundeter Jäger hat mal miterlebt, wie Zausel seinen Knochen verteidigte und meinte ganz beeindruckt: "Oh ja, das ist ein Hund!

".
Ich fand dieses Verhalten dagegen weniger toll...

Aber man stellt sich auf sowas ein. Dabei muss man natürlich aufpassen, dass der Dackel nicht bald das gesamte Haus kontrolliert. Das Klischee mit "die Weltherrschaft an sich reißen" kommt nicht von ungefähr.
Unser jetziger ist aber das komplette Gegenteil: er lässt alles mit sich machen. Man kann ihm jederzeit einen Knochen wegnehmen, ihm in Mund rumpulen, wenn sich mal ein Stückchen Knochen hinter den Backenzähnen verkantet hat, ihn einfach wegschieben, wenn er auf der Couch zuviel Platz wegnimmt (so klein Dackel auch sind, die nehmen verdammt viel Platz in Anspruch!

), ... stört ihn alles nicht, er freut sich, wenn er wahrgenommen wird.
Wie sehr der Jagdtrieb ausgeprägt ist, hängt stark davon ab, aus welcher Linie und Verpaarung der Hund kommt. Jagdtrieb haben alle noch, manche können trotzdem frei laufen, andere eben leider nicht. Unser letzter Daggl konnte, nachdem er sich die ersten 3-4 Jahre ausgetobt hatte, ohne Probleme frei laufen, der jetzige überhaupt nicht. An dem hängt immer eine Flexi oder Schleppleine dran.
Sie wurden/werden allerdings auch nicht jagdlich geführt. Wenn sie ihren Anlagen entsprechend ausgelastet werden, sieht das wahrscheinlich anders aus. Man sollte aber darauf achten, von Anfang an an der Impulskontrolle zu arbeiten.
Hm, was fällt mir sonst noch ein?
Im Garten muss man immer auf den Boden schauen, die Herren und Damen Dackel buddeln zu gerne Löcher, diese Verletzungsgefahr ist nicht zu überschätzen
Sie sind hart im Nehmen, Verletzungen und Schmerzen werden oft nicht gleich oder nicht sehr deutlich angezeigt, da muss man ein Auge drauf haben und den Kurzen recht gut kennen.
Wenn sie meinen, es wäre nötig, legen sie sich auch mit deutlich größeren Hunden/Tieren an. Der im Standard geforderte Mut ist definitiv vorhanden.
Äh, ja, ich glaub das wars. Mehr fällt mir gerade zu Dackeln auch nicht ein. Das sind meine Erfahrungen mit unseren drei Familiendaggln und den diversen anderen, die gelegentlich bei uns vorbei schauen. Alle davon kamen/kommen aus jagdlich geführten Zuchten und werden z.T. in der Jagd eingesetzt.
Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter. Ist halt mehr aus Sicht des Familiendackels geschrieben, ich habe keinerlei Jagderfahrung oder die Ambitionen, diese jemals zu sammeln...
*edit* Ich weiß zwar nicht, welche Größe für dich in Frage käme, aber ich habe den Eindruck, dass Dackel in Süddeutschland tendenziell etwas größer sind als im Norden. Ist aber nur ein Gefühl, ich kann nicht sagen, ob das tatsächlich stimmt.