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BeitragVerfasst: 08.05.2012 08:17 
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Blindenführhund
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Kira hat geschrieben:
Das ist man eine Lösung die für alle Tiere eine richtig lohnenswerte Lösung ist- Kangal bekommt eine Aufgabe, wie sie ihn kaum besser sein kann, ausserhalb der Heimat, die Schafe wie die Geparden werden geschützt. Wieso kann man sich daran nicht auch in hiesigen Bereichen ein Beispiel nehmen? Und nicht nur in diesem Sinne, also die Schafe mit Hunden schützen, sondern noch weitgreifender?

Macht man doch, wenn auch in abgewandelter Form, als man das aus der Türkei oder den Alpen kennt.

http://www.wolfsregion-lausitz.de/schad ... chutzhunde

Die Hunde sind hier mit den Herden eingepfercht, was vieles einfacher macht. Auch die Aufgabe der Hunde ist nicht so umfassend, wie das beim freien Weiden der Fall ist. Für den Schäfer bringen die Zäune ebenfalls Vorteile, die Hunde streunen nicht, stellen keine Gefahr für Touris dar, sind sozusagen per se "herdentreu", kommen ja nicht 'raus.

Wanderschäfer, wie das von "babett" beschrieben wurde, brauchen hier keine Schutzhunde. Es dürfte mehr als unwahrscheinlich sein, daß Wölfe hier eine Herde angreifen, die behirtet ist. Die übergroße Anzahl der Angriffe erfolgt nachts und da sind Hirte und Schafe nicht mehr unterwegs. Das ist aber z.B. die Hauptweidezeit in Anatolien während der heißen Sommermonate. Die Schafe werden am späten Nachmittag auf die yaylas getrieben und bleiben über Nacht daußen. Natürlich ohne Zäune.
In den Alpen hat man dann eher das Problem des Tourismus, man muß also eine Ballance zwischen effektiven Hunden und Tourismusverträglichkeit hinbekommen, auch ohne Zäune. Und das ist eine Anforderung, die sich z.B. in Anatolien nicht stellt, man kann dort also kompromisslosere Hunde nehmen, die in der Alpenregion zwar auch besser schützen, aber jeden Touri - Hund plattmachen würden.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 08:39 
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Kangal hat geschrieben:
Auch ein Unterschied zu den Asiaten.
Dort wird nichts kastriert, läufige Hündinnen werden während der kritischen Zeit weggesperrt.
Inwieweit es die Schutzqualitäten beeinflusst, sieht man erst, wenn das Verbellen die Wölfe nicht abhält und die Hunde auch körperlich eingreifen müssen. Kommt selten vor, in den Alpen ist der Druck auf die Herden auch nicht ansatzweise so groß wie in manchen Gebieten der Türkei, in denen jede Nacht Angriffe erfolgen können, vor allem in der Zeit, in welcher die Jungwölfe durch die Alten an das Jagen und Töten herangeführt werden. Vergleiche mit kastrierten Kangals oder Alabais hat man nicht. Ich könnte mir schon vorstellen, daß es Einfluss hat, man kastriert ja auch Kater, um Revierkämpfen vorzubeugen. Der Herdenschutz ist in erster Linie auf die Verteidigung des Territoriums aufgebaut.


Ich meinte damit nicht, dass JEDER Hund kastriert wird !!
Läufige Hündinnen werde auch aus der Herde genommen, eben damit es nicht zu Streitigkeiten und ungewollten Verpaarungen kommt. Aber je nach Hirte, Herdengebrauchshundehalter und Konstellation des Rudels wird da weniger Aufhebens gemacht und dann eben kastriert.

Das territoriale Schutzverhalten mindert es nicht. Aber das Stromern und Verfolgen von läufigen Hündinnen der Touristen !! Und da haben wir wieder ein Problem mit dem sich die Hirten und HSH Halter auseinandersetzen müssen.

Die HSH in den Alpen müssen alles können, sie sollten Wölfe und Bären effezient von der Herde vertreiben, Angriffe abwehren, aber Biker die durch die Schafherde brettern und freilaufende, schafejagenden Hunde der Wanderer nicht plattmachen dürfen !!!! Sich falsch verhaltende Touris nett begrüssen, aber Viehdiebe von der Herde fern halten. Dies ohne Zäune und selbständig, ohne Hirten. In Italien, in den Abruzzen und in der Toscana muss man mit Angriffen von Maremmani rechnen. Bei uns im Heidi Disneyland sieht das etwas anders aus .....

Tja, wenn ein HSH hierzulande zu scharf ist wird er eliminiert, ist er zu nett, und läuft den Touris und deren Hunden nach, ist er für die Herde untauglich.

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 10:38 
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Auf die Dauer wird sich die Schweiz Hirten leisten müssen. Dazu sehe ich keine Alternative. Die eierlegende Wollmilchsau gibt's auch unter den Hirtenhunden nicht und man bekommt den Herdenschutz nicht umsonst.
Das System des unbehirteten Weidens mag in den Pyrenäen noch einigermaßen klappen, in der Lausitz halten Zäune die Hunde vor evtl. Übergriffen ab, aber im Touri - Paradies Schweiz ist so ein Nebeneinander in dieser Form wohl nicht machbar.
Und es ist ja immer noch so, daß es keine Wolfsrudel in der Schweiz gibt, die Schäden beruhen z.Z. immer noch auf Einzelwölfen. Und selbst da kam es bei von 2 Hunden geschützten Herden zu Verlusten an Schafen. Wenn sich erst stabile Rudel gebildet haben, die wesentlich effizienter angreifen, sehe ich mit dem Konzept schwarz.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 11:57 
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Tja, ich sehe das auch so ...... Auch die Hirten und HSH - Leute in den Kompetenzzentern sähen es so. Aber sagt das mal den Viehzüchtern, Politikern, Wolfsgegener, Lobbyisten der Touristen,- und Freizeit,- und Sportbranche, den Alpgenossenschaften, die mit "Besenbeizen" auch im hintersten Winkel noch Wanderer bewirten können möchten. Seit 1999 findet da ein Tauziehen, und Hin und Her statt.

Aber wir kommen hier vom Hundertsten ins Tausendste. Das Thema Herdengebrauchshunde ist so weitläufig und umfangreich, es würden ganze Bücherbände füllen.
Ursprünglich wollten wir über die Hunde dieser Schläge und Typs sprechen, die in engbesiedelten, urbanen Gegenden "arbeitslos", als Familienhunde leben. Und zwischen denen und den Hunden, die aktiv an der Herde arbeiten, besteht lebensinhaltlich, von der Haltebedingung, Aufzucht, Prägung und Sozialisierung her einen himmelweiten Unterschied.
Denn auch mit diesen "Familien,- und Gartenschutzhunden" muss man einen Balanceakt vollbringen, um sie mit ihren ihnen angeborenen Eigenschaften in unserer teils hundefeindlichen Umgebung, gesellschaftsfähig zu machen, - oder zumindest unauffälig bleiben zu können.
Es sei denn wir alle zögen dorthin wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen und überliessen unsere Hunde auf dem eingezäunten und hermetisch abgeriegelten Grundstück sich selber . So kann er dann sein Hobbies und Jobs selber aussuchen. Frei und ungebunden, jenseits von menschlichem Einfluss.

Hier im Forum sind 2 Züchter von Podhalaner, die meines Wissens ihre Hunde als Familienhunde züchten. Wäre schön, wenn sich diese auch mal zu Worte melden würden.
Dann haben wir einige Besitzer mit Cuvac, Kuvasz, Podhalaner. Meldet Euch doch auch mal und teilt Eure Erfahrungen mit uns !
Und Kangal, Deine Ayla wird ja auch als "Familienschutzhund" und "Wanderbegleitschutz" gehalten. Erzähl doch auch mal aus Deinem Nähkästchen.

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 12:59 
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Blindenführhund
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Boah, das ist aber laaaangweilig, zumindest für mich :zwink:

Über Ayla gibt's nicht so viel zu berichten, ich finde die Haltung bei uns und so wie wir den Hund wollen, recht unspektakulär. Sie kennt sehr wenige Kommandos, die, welche sie kennt, macht sie recht zuverlässig. Sie hat ihr Revier, in dem sie nach Herzenslust krakeelen und schützen kann und sie ist im Haus der ruhigste Hund, den ich je hatte. Ich räume ihr möglichst viele Freiheiten ein, weiß aber, daß es immer Kompromisse bleiben werden.
Einmal in der Woche gehen wir mit anderen Hunden spielen, deshalb die Hundeschule, die wir als "Kontakthof" nutzen, da Einzelhund. Dort hat sie auch das Privileg, nicht jede Übung mitmachen zu müssen, wenn ich diese als sinnlos empfinde.

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Kommt ein fremder Hund auf die Wiese, muß man eben aufpassen, da diese mittlerweile als Revier angesehen wird und "Eindringlinge" auf 4 Beinen angegriffen werden.

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Damit wären wir auch beim wichtigsten Aspekt dieser Hunde, dem Revierverhalten. Im eigenen Revier kompromisslos, außerhalb eher defensiv. Revier kann auch die Hundewiese, ein Ferienhaus, ein oft begangener Weg sein. Muß man wissen, sonst kann's schnell man krachen.
Kein Revier ist z.B. der Zoo

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diverse Hundetreffen

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Beim Husky-Rennen versteht sie nicht, wieso sie nicht mitmachen darf

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im Garten gräbt sie Höhlen

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wie ihre Kollegen in der Türkei

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Sie ist der ideale Urlaubsbegleiter, da in jedem Klima zu Hause, egal, ob Kälte im Engadin

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Berge im Tessin

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in Dörfern in den Cevennen

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an der Cote d'Azur

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oder auch in Saint Tropez

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am Mittelmeer im Sommer

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an der Ostsee im Herbst

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usw.
Wir fahren jedes Jahr 2 oder 3 Mal mit ihr in den Urlaub.

Sie ist ein sehr sozialer Hund, in der Familie bedingungslos loyal. Im Revier extrem wachsam, Ferienhäuser gehören ihr nach 10 Minuten, auch da muß man etwas aufpassen.
Sie hat extremen Jagdtrieb, wie viele Kangals oder Anatolen.
Und sie ist der beste Hund, den ich je hatte.

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BeitragVerfasst: 08.05.2012 13:29 
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wenn ich das so lese, erkenne ich meine Shiva ...

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BeitragVerfasst: 08.05.2012 16:01 
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Dann will ich mal einen Rundumschlag machen und die " Big 5 White " vorstellen.

Slovensky Cuvac ( sprich Tschuwatsch ) ( Slov. )
Kuvasz ( sprich: Kuwasssss ) ( HUN )
Polski Owczarek Podhalansky - Tatra oder Podhalaner (POL )
Cane Pastore Maremmano - Abruzzese ( ITA )
Monagne de Pyrénées - Pyrenäen Berghund ( FRA )

Ob alle fünf mit einander genetisch verwandt sind, und ob sie möglicherweise vom Akbash abstammen können, darüber rätselt man heute noch.
Tatsache aber ist, dass Cuvac - Kuvasz - Podhalaner blutsverwandt sind. Man könnte hier eigentlich von regionalen Schlägen sprechen, die dann durch die Grenzen zu Nationalen Typen und Schlägen reingezüchtet wurden.
Damit die Züchter der Podhalaner und Halter von Slov. Cuvac vielleicht für ihre Rasse sprechen können, beginne ich mit der meinigen, dem Kuvasz.

Geschichte und Verwendungszweck des Kuvasz
Woher der Name Kuvasz stammt, mag wohl genauso mysteriös und umstritten sein, wie seine Herkunft.
Man nimmt an, dass der Name, wie auch die Hunde ursprünglich, aus dem türkisch-asiatischen Raum von dem Wort Kawash oder Kawass, das soviel wie bewaffneter Wächter oder Bogenschütze heissen soll, stammen.
Bei Ausgrabungen im alten Mesopotamien fand man Tontäfelchen, auf denen neben ökonomischen Aufzeichnungen auch kuvaszähnliche Hunde abgebildet und in sumerischer Keilschrift mit KU-AS-SA bezeichnet sind, was sinnesgemäss "Pferdehund" bedeutet.

Dem Kuvasz ähnliche Hunde waren offensichtlich schon zur Zeit der ersten großen Völkerwanderung, beginnend mit dem Hunneneinfall im Land der Ostgoten im Jahre 375 n.Chr., Begleiter der Magyaren. Es gibt auch eine andere Theorie, wonach der Kuvasz erst zu der Zeit in Ungarn erschienen sein soll, als die Kumanen im Magyarentum aufgegangen sind (13. Jhdt.).

Aus der Zeit von König Matthias Hunyadi Corvinius (1458-1490) existieren jedoch Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, dass der Kuvasz am ungarischen Hofe zu Wolf- und Bärenjagden verwendet wurde und dass König Matthias sich stets von einer Meute Kuvasz umgeben und beschützen lassen hat, weil er seiner Leibgarde nicht vertraute.
Der Adel hatte diesen Hund für sich entdeckt, ihn wie einen Schatz gehütet und behandelt und ihn als Statussymbol im Kreise des Hochadels verschenkt. Dem Bauernstand jedoch wurde die Haltung von Kuvasz untersagt.

In einer Sage um die grossen, weissen Hunde von König Matthias wird erzählt:
“1462 ersuchte Vlad III. ( Tepes Draculea ) Fürst der Walachei, König Matthias Corvinus um sofortige militärische Hilfe gegen die Osmanen. Der ungarische Monarch zögert jedoch. Drei Monate später veranlasst er vielmehr die Festnahme Vlads III. in der Nähe der Burg Dâmboviţei und seine anschließende 12jährige Inhaftierung in der Burg Vişegrad.
Anlass hierfür sind die sogenannten * Rothel-Briefe* mit denen Vlad III. den ungarischen König an den Sultan verraten haben soll. (Ob die Briefe tatsächlich von Vlad III. stammen oder ob sie lanciert wurden ist noch heute strittig.)
Die Legende besagt, dass König Matthias Hunyadi Corvinius Vlad III. Tepes Draculea in seinem Verlies gerne besuchte und dort mit ihm lange Diskussionen führte. Dabei sollen Kuvasz in den Gängen des Verlieses patrouilliert und den Gefangenen bewacht haben.“

Verwendungszweck
Der ungarische Kuvasz ist unter den HSH wohl der temperamentvollste, verspielteste und heissblütigste Schlag, mit seinem überschäumenden, zuweilen auch aufbrausenden Temperament unterscheidet er sich deutlich von den sonst eher geerdeten, ruhigen Bergtypen.

Obwohl der ungarische Kuvasz über ausgeprägte, typische HSH Eigenschaften verfügt, wurde er nie nur als reiner Herdenschutzhund eingesetzt, sondern er war vielmehr ein Allrounder: Hof,- Wach,- und Schutzhund für Bauer, Hirten, Grossgrundbesitzer, Pferdezüchter, Gestüte, Hof, Feld und Herde.
Während sein Vetter der Komondor als reiner Herdenschutzhund Vieh und Schafherden vor Beutegreifern und Viehdieben beschützte, arbeitete der Kuvasz zwar auch selbständig und eigenverantwortlich, aber doch in Menschennähe und oftmals an seiner Seite.

So bewährte er sich als Begleitschutz, wenn die Csikos die wertvollen Pferde,- oder Viehherden von einer Weide zur anderen bewegten oder für Auktionen zum Gestüt zurück trieben. Zum Teil erstreckten sich die Wege über grosse Distanzen. Daher wurde vom Kuvasz auch verlangt, dass er mind. 25 km Nonstop im Trab zurücklegen können müsste.

Während des 1. und vor allem 2. Weltkrieges wurden die Kuvaszok zuerst von den deutschen,- dann von den russischen Soldaten niedergemetzelt, damit sie Zugriff auf das Vieh, die Pferde nehmen und die Gutsbetriebe annektieren konnten. Die Rasse wurde dadurch derart dezimiert, dass sie vom Aussterben bedroht war und ungarische Züchter in den frühen 50-er Jahren widerwillig auf ausländisches Zuchtmaterial greifen mussten um die Zucht überhaupt und die wenigen Linien aufrecht erhalten zu können.
( Das gleiche Schicksal ereilte übrigens auch viele Sarplaninaci im Kosovo während des Krieges in den 90 – er Jahren. )
Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Rasse in ihrem Ursprungland ihr eigentliches Tief und stand fast vor dem Aus. Angekettet auf den Höfen, in Ställen verwahrt oder als Zugtiere arbeiteten die wenigen Exemplare auf dem Feld, zogen Karren oder bewachten die wenige Habe der Menschen.
Später waren das Militär und die Polizei ebenfalls am Einsatz von Kuvasz als Diensthunden interessiert. Doch im Gegensatz zur Roten Armee mit den Kaukasen, waren die Ungaren weniger erfolgreich in der Ausbildung ihres plötzlich neu entdeckten Nationalhundes. Sein eigenständiges Wesen widersetzte sich erfolgreich und man wandte sich schnell an für den Dienst besser geeigneten Rassen zu.

Herdenschutz
In der USA tauchte der Kuvasz erstmals durch Schweizer Einwanderer 1928 auf, 1931 wurde der erste offizielle Kuvaszwurf im AKC Zuchtbuch registriert. Der Kuvasz wurde dort zwar mehrheitlich als Hof,- und Bauernhund gehalten, doch seine Schönheit und sein Adel blieben dem Rasseliebhaber nicht verborgen und so fand er den Weg als Begleithund besonders unter den Reitern.

In den frühen 1980-er Jahren starteten Farmer und Schafzüchter in Amerika ein neues Projekt zum Schutze ihrer Viehherden mit dem „ Livestock Guarding Dog“. Unter anderem waren da auch Slov. Cuvac, Maremmano, Tatras und Kuvasz beteiligt. Manche Meuten bestanden aus verschiedenen Rassen, andere Projektleiter legten Wert darauf, dass die Meute aus der selben Rasse bestand.
Ich weiss durch Erzählungen von Schweizer Schafzüchter, die in Kanada und USA selber an solchen Projekten teilgenommen hatten, dass es einige Pilotprojekte mit ungarischen Kuvasz als reine HSH gegeben hat. Eines war in Nebraska, Northdakota, eines in Montana und eines im kanadischen Alberta.
Man hat sich mit ca. 2500 – 3000 Schafe, einigen Treibhunden, 4 – 5 Kuvaszok und 3 Hirten auf den Weg zu den Sommerweiden gemacht. Unterwegs entpuppten sich die Kuvaszok als absolut zuverlässigen Begleitschutz, der selbständig arbeitete, eine Vorhut voraus zur Sicherung voraus sandte, eine Nachhut, die den Rücken deckte und zwei, drei die die Herde flankierten und Seitenschutz gewährten. Die Kuvaszok haben auch mutig gegen Koyoten, Wölfe, Bären, Pumas gekämpft, verteidigt, die Beutegreifer erfolgreich verjagt.
Das grosse Erstaunen bei den Hirten kam,- als sie mit der Herde auf der ersten Weide Station machten und am 2. Tag die Hälfte der LGDs fehlte. Die Kuvasz sind stiften gegangen, sie haben mit Erfolg gejagt oder haben sich ihr Territorium einfach noch etwas ausgeweitet. Der Herdenschutz konnte so jedoch nicht mehr gewährleistet werden. Sinnigerweise kamen die Kuvaszok aber immer wieder zum Lager zurück und sobald der Tross weiterzog, nahmen sie ihren Job als Schutzhunde selbständig wieder gewissenhaft auf.
Das gleiche Szenario haben auch andere Projektgruppen, die mit ungarischen Kuvasz arbeiteten Verzeichnen müssen.
Warum der Kuvasz nicht herdentreu, oder zuwenig territorial ist, hat man nicht herausgefunden, resp. hat man wohl auch gar nicht herausfinden wollen. Man hat diese Rasse für weitere Einsätze einfach nicht mehr genommen, weil sie den Schutz der Herde auf Station nicht garantieren konnte.
Der Pyrenäen Berghund und Tatra hingegen, eigneten sich zwar als HSH sehr gut, vermochte aber auf Wanderungen bei langen Distanzen nicht durchzuhalten. Ich denke, dass deshalb Maremmano, Akbash und Kangal sich viel besser bewährt hatten.

Heute wird der Kuvasz fast überall auf der Welt mehrheitlich als Begleithund gezüchtet. In seinem Ursprungsland laufen einige Projekte, bei denen der Kuvasz wieder als Herdenschutzhund bei Schafen in Rumänien schützen sollen. Und ein weiteres, wonach sie gemäss alten Traditionen mit Kuvasz wiederum auf Bären, Wolfs und Wildschweinjagd gehen wollen.
Ⓒ S. Müller

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 17:04 
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Polizeihund
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Wow... sagt mal, Kangal und Kuvasusa... habt Ihr nicht Lust, auch mal so etwas fürs Hucom-Magazin oder für die Rasseportraits zur Verfügung zu stellen?

Und langweilig finde ich nun gar nichts an Deinen Ausführungen Kangal / Gerald (?) und vor allem die Fotos...
Mein Bild von HSH, geprägt durch eine Mini-Mailingliste war bisher, daß diese Hunde eher selten unter Leute kommen. Entweder verbleiben sie auf dem zu bewachenden Grundstück, oder man geht mit ihnen einsam und abgelegen spazieren.
Dachte ich zumindest bisher... möglicherweise habe ich das aber auch nur so interpretiert, weil ich nicht nachgefragt habe.

Das ausgeprägte Territorialverhalten durfte ich bereits zweimal erleben. Susanne, berichtige mich, wenn ich die Situation mit Maros und dem Jogger damals falsch gesehen habe.
Aber eine Situation mit einer Kuvasz-Hündin, die war eindeutig. Wir hatten gerade mal eine halbe Stunde unser Picknick aufgeschlagen, da kamen noch Bekannte mit ihren Goldies dazu und der eine hatte schwupp, ein Loch im Ohr. :o Wohingegen meine Hope, die aber beim Picknickaufbau schon dabei war, gleich dazu gehörte.
Ich glaube, da muß man sehr weitsichtig sein.

_________________
Wer mich morgens vor 8:00 fragt, wie es mir geht, guckt auch mit einem Streichholz nach, ob noch Benzin im Tank ist.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 17:42 
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Rettungshund
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babett hat geschrieben:
wenn ich das so lese, erkenne ich meine Shiva ...


Und ich erkenne meine Ronja..

Ayla ist offenbar ein perfekter Familienbegleiter.
Überall kann man sie mitnehmen und offensichtlich oft unangeleint laufen lassen. Da muss sie das "Hier" ja perfekt ausführen.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 18:44 
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Blindenführhund
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Sie ist für unsere Verhältnisse und Anforderungen ein guter Familienhund.
Die Kommandos klappen gut, sofern nichts passiert, was sie meint, unbedingt checken zu müssen.
Ist sie in der Ablage auf der Hundewiese und es taucht ein fremder Hund in "ihrem Revier" am Horizont auf, ist sie weg. Da hilft kein "Hier" oder sonst etwas.
Das Verhalten der Hunde steht und fällt mit dem Revier.
Mache ich z.B. einen Wesenstest - in Hamburg und Hessen muß man das ja - dann wird man in einer, dem Hund fremden, Umgebung sehr gute Chancen haben. Die meisten Kangals, die antreten mußten, haben bestanden. Mache ich das Gleiche im Revier (meinetwegen auf "seinem" Hundeplatz), geht das mit Sicherheit in die Hose.
Vergleiche ich sie mit meinem Hovawart, der ja nun auch nicht als sklavengehorsam gilt, liegen dazwischen Welten.
Man muß sich auf diese Hunde einlassen, nicht versuchen, sie zu verbiegen. Dann kann es eine sehr harmonische Geschichte werden und die Selbständigkeit gibt einem ein wenig das Gefühl, einen Kumpel zu haben. Empfinde ich zumindest so.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 18:57 
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Blindenführhund
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Neufi Hope hat geschrieben:
Wow... sagt mal, Kangal und Kuvasusa... habt Ihr nicht Lust, auch mal so etwas fürs Hucom-Magazin oder für die Rasseportraits zur Verfügung zu stellen?

Hm, was ist denn das Hucom-Magazin?
Generell könnte unserere Kangal-Beschreibung auf unserer HP genommen werden:

http://www.kangal-dog.de/kangal/

Ich habe kein Problem damit, wenn man sich darauf bezieht.
Ist nur eben recht umfangreich und sollte sich auch bewusst von dem unterscheiden, was man sonst so im Netz oder in den Büchern liest.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 19:01 
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Blindenführhund
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So, nun geht's nach Russland. Ich sage bewusst nicht, in den Kaukasus :zwink: :

Warum Soldaten die schlechteren Hirten sind

Hunde unter'm Roten Stern


Seine Vorfahren stammen aus Georgien, Armenien, Aserbaidshan; er selbst wurde in Russland geschaffen, bekam hier seinen FCI - Standard und wurde weltberühmt. So berühmt, daß kaum noch einer weiß, welchen Grundstock er mal hatte. Seine Väter in Georgien heißen Nagazi, diejenigen in Armenien nennen die Einheimischen Gampr. Geht man etwas weiter westlich, findet man noch den türkischen Vetter, den Karshund. Er selbst heißt Kaukasischer Owtscharka oder eben auch Kaukase. Allen seinen Vorfahren ist gemein, daß sie als Hirtenhunde die Herden verschiedener Volksgruppen schützen, in verschiedenartigen klimatischen Regionen und Topographien leben und dementsprechend über Hunderte von Jahren zu diesem Zweck optimiert und selektiert wurden. Berghunde sind langhaariger, schwerer, Steppenhunde leichter gebaut, haben fast Stockhaar - hierzulande würde man sie wohl für einen "CAO" halten. Er selbst hat Herden eher selten gesehen, denn das sollte er nie. Er war zu Höherem bestimmt, dem Dienst am Vaterland.

Dazu ein wenig Geschichte aus Hundesicht:

Noch im 1. Weltkrieg setzte Russland überwiegend Airedale - Terrier in der Armee ein. Vorwiegender Einsatz war der Dienst als Sanitäts - und Meldehund. Die Hunde stammten zum größten Teil aus deutschen Zuchten und Linien. Prinzipiell bewährten sich die Terrier sehr gut, das Dumme war eben, es war keine eigene Rasse und man war abhängig von Importen. An den Grenzen sah es etwas anders aus. Dort setzte man vorrangig Dobermänner ein. Diese waren zwar hervorragende Diensthunde aber klimatisch z.T. nicht so recht einzusetzen - Fell zu kurz, kaum Unterwolle. Und das alte Dilemma, es waren deutsche Hunde. Kurzzeitig wurde der Dobermann dann vom DSH abgelöst, bis man dann auf die zündende Idee kam und die eigenen Ressourcen nutzen wollte. Mittlerweile war die Oktoberrevolution (1917) und es entstand die Sowjetunion, ein riesiges Staatengebilde, dem nach und nach 17 Teilrepubliken und einige autonome Republiken angehörten. 1920 kamen die Armenische und die Aserbaidshanische SSR, 1921 die Georgische SSR zur UdSSR. Was lag also näher, als die kynologischen Schätze zu heben, welche sich in den Kaukasusrepubliken befanden?

The scientifically based experiences will reveal the breed most convenient for us, but at the moment our orientation, should be directed on our Caucasian sheep-dogs and our northern Laikas. Having taken in a basis endurance, unpretentiousness and mobility of the given dogs (the last does not concern to the Caucasian sheep-dogs) and having considered their full acclimatization, we can expect to leave in the near future from the German market and to work exclusively on new our Russian breeds.

... schrieb 1928 V.V.Yazikov, führender Kynologe der UdSSR in seinem Buch "Theory of training of the dogs"

Von nun an wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Man organisierte landesweite Ausstellungen / Wertungen für Wach - und Schutzhunde, es gab Preise, Pokale und so mancher Hirte präsentierte stolz seine Herdenwächter. Kynologen im Auftrag des Militärs kauften vielversprechende Hunde auf. Gleichzeitig entstanden gigantische Zuchtanlagen. Farmen mit über 200 Hunden forcierten die Selektion und planmäßige Zucht des zukünftigen "Kaukasen". Die Kennels standen unter Führung der Roten Armee, bekanntester unter ihnen ist der "Red Star", der sich rühmte, bessere Hunde zu haben als die besten Ahnen in Georgien. So entstanden dann der Moskauer Wachhund, der Schwarze Russische Terrier (der sogenannte Stalin - Hund) und im Jahre 1956 veröffentlichte das Landwirtschaftsministerium die Zahl von 7.609 Wachhunden, in der Regel Kaukasische Owtscharki. Bevorzugter Einsatz war die Bewachung von Industrieanlagen, der Einsatz in den Gulags und als Grenzhund. Prämisse war damals, den Hund unter Kontrolle des Militärs zu halten, für Privatleute war es so gut wie unmöglich, in ihren Besitz zu kommen. Ja und Schafe sahen diese Hunde natürlich nie, dafür wurde in Richtung Gebrauchshund selektiert und so begleiteten Kaukasen auch die Miliz, den Zoll und wurden militärisch ausgebildet, natürlich auch im Schutzdienst, wenn man die russische Variante so bezeichnen will.

In den Bergen Georgiens und in den Steppen Aserbaidhans züchteten hingegen die Hirten ihre Hunde wie vor 1000 Jahren. Sie selektierten nach Eignung an den Herden, achteten auf Loyalität gegenüber Nutzvieh und vor allem der Dorfbewohner, ein ganz entscheidender Faktor. Der Körperbau mußte den hohen Anforderungen bezüglich der jeweiligen Topographie Rechnung tragen und die Hunde mußten ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, Herden gegen Raubtiere zu verteidigen. Ab und an kamen russische Kynologen, kauften einige gute Hunde und zogen wieder von dannen. Blutauffrischung für den "Kaukasischen Owtscharka". Am 30. 01. 1985 wurde der FCI Standard für diesen festgeschrieben - Ursprungsland Russland.

Nun könnte man meinen, daß dies doch alles ok sei, denn schließlich hat die Armee dem Ganzen einen einheitlichen, weltweit gültigen Standard gebracht und züchtete unter kynologischer Anleitung und optimalerer Versorgung, als das bei den Hirten jemals möglich war, den Kaukasen. Könnte man, wenn da nicht die Sache mit dem Zuchtziel wäre. Die russischen Kaukasen sollten natürlich keine Schafe schützen, sondern die sozialistische Revolution. Ihre Gegner waren keine Wölfe oder Bären, sie sollten Schärfe gegenüber Menschen entwickeln. Loyalität gegenüber Zweibeinern, dem man in den Gebirgsdörfern stets höchste Priorität einräumte, war beim Wächter des Gulags natürlich hinderlich. So entstand dann auch der Ruf des Kaukasen, ein scharfer und unbestechlicher Wachhund zu sein, was natürlich zutrifft.
Während seine Vorfahren selbständig agierende Herdenschützer waren, die im Team komplexe Aufgaben, wie etwa die eines Angriffs eines Wolfsrudels zu managen hatten, verlangte man vom Armee - Kaukasen natürlich eine Bereitschaft zur Unterordnung und Mitarbeit und wollte weitgehend verlässliche Hunde. Vom Grundstock, dem Arbeitshund an den Herden bis zum Mauerhund an der deutsch / deutschen Grenze war es ein langer Weg. Er hat die Hunde verändert, physisch und vor allem psychisch. Manche nennen es "Entwicklung von Hunderassen", sicher irgendwo auch nicht falsch.

Man kann nun der Ansicht sein, daß es nicht mehr schlimmer kommen könnte, doch auch das ist leider nicht der Fall. Während die Staatskennel wenigstens noch ein Zuchtziel und eine Optimierung der Rasse unter kynologischer Anleitung verfolgten, denn die Hunde sollten ja einsatzfähig sein, interessierte sich nun ein bis dato völlig neues Klientel für die imposanten Tiere. Die Privatzüchter kommen auf den Plan. Man erkannte sehr schnell, wie zuverlässig ein Kaukase das Haus schützen konnte und erregte auch allgemeines Aufsehen, wenn man mit ihm durch die Gegend lief. Owtscharkas wurden zum weltweiten Exportschlager, wurden als Security Dogs und Statussymbole vermarktet und man konnte auch ganz gut Geld mit ihnen verdienen. Zuchtklubs entstanden, Ausstellungen fanden statt und die Hunde wurden immer gewaltiger - und kränker. Letzteres spielt allerdings nicht mehr so eine große Rolle, da die Hunde weder Strafgefangene im sibirischen Gulag zu bewachen haben, geschweige denn, jemals ein Schaf in natura sehen. Lustigerweise redet man aber ganz selbstbewußt vom HSH, zumindest in Deutschland. Die FCI sagt "Herdenhund. Wach - und Schutzhund".

1990 begann der Abzug der Russen aus Ostdeutschland. Kasernen wurden abgerissen, Ladas und Farbfernseher landeten im Marschgepäck der Rotarmisten, als sie gen Heimat fuhren. Was ging, wurde verhökert, um wenigstens etwas Wohlstand aus dem wiedervereinten Deutschland mit nach Hause nehmen zu können. Zurück blieben große, zottige Hunde, in der DDR allgemein als "Kaukasischer Schäferhund" mit einem berüchtigten Ruf bekannt. Was aus ihnen wurde, lässt sich nicht so recht verifizieren. Tierheime waren oftmals absolut überfordert, geeignetes Klientel, an das vermittelt werden konnte, war schwer zu finden.
Im Westen wurden die Hunde zunehmend bekannter und Schoke beschrieb den Kaukasischen Owtscharka, den "Hund der Hirten".
Von all dem bekam der Nagazi in Georgien nichts mit und auch der Gampr würde sich wundern, wieso der Standard, der ihn als Hund der Hirten eigentlich beschreiben sollte, so gar nicht zu ihm passt.


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 19:28 
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Neufi Hope hat geschrieben:
Entweder verbleiben sie auf dem zu bewachenden Grundstück, oder man geht mit ihnen einsam und abgelegen spazieren.
Dachte ich zumindest bisher... möglicherweise habe ich das aber auch nur so interpretiert, weil ich nicht nachgefragt habe.

Nun solche gibt es mehr als man glaubt. Wenn ich in Deutschland Kurse gebe, habe ich immer "so ne" Kandidaten dabei. Aber das rührt eben daher, dass manche Besitzer entweder überfordert und desillusioniert mit Drillen aufgehört haben, sich mit dem "verbogenen und verkorksten" Hund draussen unter Leuten nicht mehr schämen mögen und ihn deshalb im Garten lassen. Oder dann gibt's eben noch die Fraktion, die den Büchern glaubt und meint, ihr Hirtenhund brauche keinen Auslauf und sei nur glücklich, wenn er den Garten beschützen dürfe. - Diese mir vorgestellten kaputt gedrillten und nun zuhause im Garten versauernden Hunde zeigten an ihren Beistzern Null Interesse, keine Bindung, kein Vertrauen und gingen einfach ihrer Wege, ohne zu wissen, wie ihr Name ist. - Aber es gibt auch viele andere, die sich wirklich bemühen, auf ihre Hunde eingehen, die Talente annehmen, die ihnen der Hund anbietet und DARAUS zusammen mit dem Hund "etwas machen".
Neufi Hope hat geschrieben:
Das ausgeprägte Territorialverhalten durfte ich bereits zweimal erleben. Susanne, berichtige mich, wenn ich die Situation mit Maros und dem Jogger damals falsch gesehen habe.

Boah, das ist ja schon ewig her ..... Wenn ich mich recht entsinne, "lagerten" wir damals an diesem Teich, die Dobis im Wasser, Hope und Maros frei und dieser schwarze Jogger kam plötzlich um die Ecke getrabt .....fixierte Maros auch noch und rannte ungebremst frontal auf ihn zu ....

Liebe Grüsse
Susanne mit Rahan und Monello


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BeitragVerfasst: 08.05.2012 21:49 
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Kangal hat geschrieben:
Wanderschäfer, wie das von "babett" beschrieben wurde, brauchen hier keine Schutzhunde. Es dürfte mehr als unwahrscheinlich sein, daß Wölfe hier eine Herde angreifen, die behirtet ist. Die übergroße Anzahl der Angriffe erfolgt nachts und da sind Hirte und Schafe nicht mehr unterwegs.

Hmm. Hirte und Hunde sitzen vorm fERnseher und sind dort weitgehend vor Wolfsangriffen sicher, die Herde aber ist auf engstem Raum im Netz gepfercht, da braucht der Wolf nur "hu" zu machen und schon walzen die Schafe panisch den Zaun platt und sind dann willkommene Beute.

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BeitragVerfasst: 09.05.2012 08:04 
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Kuvasusa hat geschrieben:
Boah, das ist ja schon ewig her ..... Wenn ich mich recht entsinne, "lagerten" wir damals an diesem Teich, die Dobis im Wasser, Hope und Maros frei und dieser schwarze Jogger kam plötzlich um die Ecke getrabt .....fixierte Maros auch noch und rannte ungebremst frontal auf ihn zu ....

Joah, irgendwie so war das. Auf alle Fälle hat der Jogger sein Pensum kurzfristig unwesentlich beschleunigt. :o :lol:
Wie "sagte" Maros damals so schön "na von EUCH macht ja keiner den Job".

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Wer mich morgens vor 8:00 fragt, wie es mir geht, guckt auch mit einem Streichholz nach, ob noch Benzin im Tank ist.


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