elke hat geschrieben:
Auf die Idee, dass der Hund gar nicht abhauen WILL, weil er eine gute Bindung zu mir hat - kommt sie nicht.
Genau das ist doch der Punkt.
Bindung und Ausbildung im Sinne von lernen und ausführen einiger Kommandos sind m.E. zweierlei Dinge. Für letzteres sollte die Bindung Voraussetzung sein, ist aber nicht immer so.
Jedenfalls braucht ein Hund mit einer sehr guten Bindung zu seinem Halter nicht unbedingt die üblichen Hörzeichen zu können, und ist dennoch „gut erzogen“ weil er das tut was der HH verlangt, und zwar zuverlässig und gerne.
Solche Mensch-Hunde Teams gefallen mir.
elke hat geschrieben:
Abends geht man manchmal auf ein Grundstück, damit er dort Kaninchen fangen und töten kann. Für die Halterin darf "der Hund Hund sein". In dem Fall also tatsächlich keine Ausrede, weil man es nicht geschafft hat, ihn zu erziehen - sondern ganz bewusst so gehalten. Ich glaube das auch, weil ich ja sehe, wie entspannt man bleibt. Im Gegenteil freut man sich richtig für den Hund, wenn er abhaut.
Der Hund darf bei dieser Frau bloß weiterhin „
Straßenhund“ sein, was für den Hund und vermutlich auch für die Frau praktisch ist. Wenig Aufwand und man ist glücklich, auch wenn „wenig Aufwand“ nicht die Motivation zu sein scheint …..und klar, wenn es niemandem schadet, leben und leben lassen würde ich sagen, aber wie du schreibst:
elke hat geschrieben:
Vielleicht würde man das sogar selbst ein Stückchen weit so halten, wenn man mit Hund einsam in den Rocky Mountains leben würde. Wir sind hier aber nicht in der Wildnis. Mir ist das völlig unbegreiflich.
..wäre das auch nicht meins. Abgesehen von den Gefahren für Hund und Umwelt, wäre mir so ein Leben mit dem Hund zu „bezugslos“.
Ich kann mir aber vorstellen dass dieser „ den Hund Hund sein lassen“ Spruch manchmal doch seine Berechtigung hat.
Es gibt überkontrollierende Hundehalter die jede Aktion ihrer Hunde auf ein Kommando legen. Nach dem Ableinen im sitz, muss noch mal der Blickkontakt kommen, es muss eine Freigabe des Halters erfolgen dann wird sich aber bitteschön nur im Umkreis von 10 m bewegt . Jeder Schritt darüber hinaus wird kommentiert und der Hund zurückgepfiffen, und dann erneuter Blickkontakt und sitz, die Erlaubnis der HH, weiter. Nicht zu lange schnüffeln, nicht zu sehr zurückbleiben, nicht zu sehr vorlaufen…hey, scharren geht gar nicht….und das über 1.5 h!.
Es mag ja sein, dass all diese Kontrollmechanismen aus erziegherischen Gründen ihre Berechtigung haben, erstrebenswert fände ich aber am Ende des Weges eine Befreiung von solchen Dauergängelungen...
