Coppi war auch so einer. Ab der 11. Woche (da kam er zu uns) ständig allein unterwegs, da mussten nichtmal andere Hunde in der Nähe sein. Ein interessanter Geruch hat gereicht, er ist in den Wald getapst und hat sich kein Stück um Frauchen gekümmert.
Da konnte man auch gut und gerne 10-15 Minuten außer Sichtweite sein, das hat den nicht gejuckt. 0 Folgetrieb. Auch wenn die erwachsenen Hunde aus seinem Rudel nicht mehr in Sichtweite waren, war ihm das völlig egal.
Keine Ahnung, ob das an seiner geistigen Behinderung, an der Tatsache, dass er ohne Geschwister aufgewachsen ist, oder einfach an seinem Charakter liegt. Eigentlich ist das sehr untypisch für Golden, zumindest in dem Ausmaß.
Von da an war der werte Herr nur noch mit der Schleppleine unterwegs. Wenn er nach zweimaligem Rufen nicht kommt, gehst du weg und er MUSS mit. Damit das ganze nicht in ewiges Geschleife ausartet, solltest du parallel daran arbeiten, dass du für deinen Hund interessant bleibst. Viele Spiele bei dir (alles, was körpernah stattfindet, keine Bälle weit weg werfen), Futter aus der Hand für kleine Aufgaben, die erledigt wurden usw.
Das mit der kurzen Leine finde ich eher ungünstig, weil er das Anleinen so als etwas negatives wahrnimmt. Mit Pech haut der dir demnächst ab, wenn du mit der Leine kommst. Ich versuch bei Welpen immer, das Anleinen möglichst positiv zu belegen.
Mit 6-8 Monaten, also eigentlich in der typischen Pubertätsphase, klappte der Abruf bei Mr. Copper zuverlässig und er durfte auf übersichtlichen Flächen frei laufen. Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr hat es sich dann so entwickelt, dass er zuverlässig kommt. Ausnahme: Er steht direkt vor einem Matschloch und hat gerade beschlossen, sich reinzustürzen. Da ist es Glückssache, ob er direkt oder erst schwarz wiederkommt
