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 Betreff des Beitrags: Mantrailing - eine gute Idee?
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Junghund
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Hallo zusammen,

meine Hündin ist von Welpenbeinen an fremden Menschen gegenüber sehr mißtrauisch und fühlt sich schnell bedroht. Bisher sind alle Erziehungsversuche mehr oder weniger gescheitert, ihre "Menschentoleranz" zu erhöhen, außer ich lasse sie zu Menschen erst gar nicht hin.

Jetzt wurde mir Mantrailing empfohlen, weil sie dort positive Erahrungen mit fremden Menschen machen kann, was mir sofort einleuchtete.
Nach vier Wochen kann ich auch sagen, dass sie die Teilnehmer der Gruppe akzeptiert, diese sich aber auch auf Anweisung entsprechend verhalten, dass sie sich nicht bedroht fühlt. Im Alltag hat sich ihr Verhalten Fremden gegenüber jedoch nicht verändert.
Jetzt tut sich aber ein Problem an einer anderen Front auf, das mich ziemlich verunsichert.
Bisher hatte meine Hündin keinen ausgesprochenen Jagdtrieb. Sie fängt zwar Mäuse und erlegt sie auch, aber ansonsten hat sie höchstens mal einem Reh oder Hasen nachgesetzt, wenn es/er direkt vor ihrer Nase aufgesprungen ist und auch nur solange Sichtkontakt besteht. Somit konnte ich bisher durch vorausschauendes Spazierengehen den Jagdtrieb gut unter Kontrolle halten, denn wenn sie bei mir ist und ich ihr die Jagd verbiete, bleibt sie auch.
Nun merke ich zunehmend, dass sie ihre Erfahrungen aus dem Mantrailing in den Alltag übernimmt und gezielt nach Katzen- und Wildspuren sucht und diese verfolgt. Nun sind meine Fähigkeiten "den Hund zu lesen" noch nicht so gut ausgebildet, dass ich immer den ersten Ansatz ihres Fährtens erkennen könnte, zumal das bei ihr ganz schnell geht und sie bei Wild auch nicht vorsteht, sondern gleich lossprintet. Gerade wenn Start und Ziel nahe beeinander liegen, kann ich nicht einmal "A" sagen, da ist sie schon unterwegs.
Nun habe ich natürlich die Sorge, dass sie durch das Mantrailing künftig nicht nur nach Sicht sondern auch nach Spur jagt und dann eben nicht nach 200m umkehrt, weil sie das Objekt ihrer Begierde verloren hat.

Mich interessiert Eure Meinung zu diesem speziellen Fall. Natürlich habe ich schon oft gehört, dass die Nasenarbeit hilft, den Jagdtrieb zu kontrollieren, aber in diesem Fall scheint es zumindest in meinen Augen eine andere Wirkung zu haben.
Gibt es Jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat?
:help:
Lg Sternchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Blindenführhund
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Mein(e) Hund(e): Tessa
Hallo,

was ist denn dein Hund für eine Rasse und wie alt ist sie?

Ich kann bei Tessa da keine große Veränderung feststellen.

_________________
Liebe Grüße Julia
mit Tessa 25. 07. 2008


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und Alin für immer im Herzen 16. 01. 1994 - 11. 09. 2008


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Sie ist ein Eurasier, 3 1/2 Jahre alt.
Ich denke auch, jede Hundepersönlichkeit ist da ein wenig anders. Bein einen ändert sich nichts, ein anderer dagegen entdeckt eine ganz neue Welt. Letzteres scheint in unserem Fall passiert zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Sternchen103 hat geschrieben:
Jetzt wurde mir Mantrailing empfohlen, weil sie dort positive Erahrungen mit fremden Menschen machen kann, was mir sofort einleuchtete.

diese empfehlung halte ich für großen schwachsinn.
du musst ja nur mal eine VP dabei haben, die nicht so gut auf hunde eingehen kann und schon wirst du wieder einen ganzen schritt rückwärts gedrückt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Mucki88 hat geschrieben:
Sternchen103 hat geschrieben:
Jetzt wurde mir Mantrailing empfohlen, weil sie dort positive Erahrungen mit fremden Menschen machen kann, was mir sofort einleuchtete.

diese empfehlung halte ich für großen schwachsinn.
du musst ja nur mal eine VP dabei haben, die nicht so gut auf hunde eingehen kann und schon wirst du wieder einen ganzen schritt rückwärts gedrückt!

Nicht unbedingt.
Der Hund lernt ja, dass die zu suchende Person immer toll ist.
Sicher sollte man am Anfang eine Person anleiten, aber auch fremde Personen werden mit der Zeit möglich. Man sollte auch nicht vergessen, dass es hier nicht um das Training für den Einsatz geht, sondern um ein Training in einer Gruppe. Da wird es wohl nicht dauernd wechselnde versteckte Personen geben


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Ja, das Training findet in einer festen Gruppe statt. Es kommen zwar immer mal wieder fremde VP dazu, aber ich merke, dass meine Hündin differenziert. Beim Suchtraining geht es um das Finden und die Leckerchen - die Person interessiert sie nicht wirklich. Draußen sieht das anders aus, weil bei ihr der Knackpunkt dort ist, wo eine Personauf sie reagiert und da spielt es keine Rolle, ob sie freundlich ist oder nicht. "Fremd" - das ist der entscheidende Punkt.

Aber mir ging es in dem Thread eigentlich eher um die Auswirkungen auf ihr Jagdverhalten, die mir Kopfzerbrechen machen. Es wird von Tag zu Tag extremer und in diesem Bereich haben wir uns - wie ich heute sehen konnte - auch schon rückwärts bewegt. Denn bisher war sie auch beim Anblick eines Jagdobjekts ansprechbar. Heute war das überhaupt nicht mehr der Fall. :whaaaaat:


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Ich kenne bis jetzt keinen Hund bei dem sich das Trailen negativ auf das Jagdverhalten ausgewirkt hat. Eher wenn das Gegenteil


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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@Doro
Ach, ich habe das Gefühl, mein Hund findet das was er beim Trailen lernt auch ganz toll, besonders weil er es auf seinen Alltag übertragen kann - nur ich habe ein Problem damit :wink: bzw. befürchte, dass sich das in eine Richtung entwickeln könnte, die meinem Hund letztendlich nicht mehr sondern weniger Lebensqualität bringen könnte, weil ich ihm nicht mehr so viel Freilauf geben kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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BC Duke hat geschrieben:
Mucki88 hat geschrieben:
Sternchen103 hat geschrieben:
Jetzt wurde mir Mantrailing empfohlen, weil sie dort positive Erahrungen mit fremden Menschen machen kann, was mir sofort einleuchtete.

diese empfehlung halte ich für großen schwachsinn.
du musst ja nur mal eine VP dabei haben, die nicht so gut auf hunde eingehen kann und schon wirst du wieder einen ganzen schritt rückwärts gedrückt!

Nicht unbedingt.
Der Hund lernt ja, dass die zu suchende Person immer toll ist.
Sicher sollte man am Anfang eine Person anleiten, aber auch fremde Personen werden mit der Zeit möglich. Man sollte auch nicht vergessen, dass es hier nicht um das Training für den Einsatz geht, sondern um ein Training in einer Gruppe. Da wird es wohl nicht dauernd wechselnde versteckte Personen geben

das funktioniert meines erachtens nur, wenn sich die VP auch korrekt verhält. und das ist selbst bei "hundemenschen" nicht immer der fall, die mit diesen problemen noch nicht konfrontiert waren. da kann man anweisungen geben so viele man möchte und doch erfolgt eine ungewollte bewegung oder was auch immer.

um fremde / andere menschen toll erscheinen zu lassen brauche ich kein mantrailing. da würde ich erst mal basisarbeit vornehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Die Frage ist halt in wie weit ein Zusammenhand besteht.
Sollte dies der Fall sein, dann muss man schauen ob sich das Verhalten schon etabliert hat oder nicht. Sollte dies der Fall sein, würde ich versuchen jegliches nachgehen von Spuren zu unterbinden damit kein weiterer Erfolg kommt (Suche als Selbstbelohnung) und Ersatz anbieten

Wie verhält sie sich auf der Trail? Lässt sie sich von anderen Fährten ablenken oder ist sie dann ganz auf die Suche konzentriert? Ist das Suchen für sie selbstbelohnend?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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@Mucki88
Ich kann dir nur zustimmen, was die Umsetzung von Verhaltensanweisungen an Fremde bzgl. dem Hund betrifft. Hatte schon oft die Situation, dass die Leute nickten, ich das Gefühl hatte, sie hätten mich verstanden und sich dann trotzdem total fasch verhielten.
Ich weiß zwar nicht, was du konkret unter Basisarbeit verstehst. Jedoch haben wir schon viele Wege ergebnislos begangen, bevor die Idee mit dem Mantrailing aufkam. Das ging von Clickern beim Annähern von Fremden bis zum Belohnen von ruhigem Verhalten in der Nähe von Fremden und sogar Leckerchen nimmt sie von den an. Man sieht an ihrer Körperhaltung, dass es ihr nicht geheuer ist, aber da sie das Leckerchen ja haben will, geht sie eben zur Quelle. Das alles hat aber nicht dazu geführt, dass sie irgendwann zu dem Schluß gekommen wäre, dass Fremde nicht grundsätzlich Gefahr bedeuten. Jeder einzelne muß sie von der Tatsache erst überzeugen.
Selbst bei Menschen, die schon zum "Kreis des Vertrauens" gehörten, geht die Bindung verloren, wenn sie die ein paar Monate nicht gesehen hat. Dies ist bei Familienmitgliedern nicht der Fall, selbst bei längeren Zeitspannen.

@ Doro
Was den Zusammenhang zwischen dem Jagdverhalten und dem Trailing betrifft, kann ich nur meine Beobachtung wiedergeben, dass dieses veränderte Verhalten direkt nach den ersten zwei Übungsstunden aufgefallen ist. Es war, als hätte es in ihrem Kopf "click" gemacht und als würde sie die Welt von nun an ganz anders sehen. Anfangs war sie aber bei noch ansprechbar, das scheint jedoch von Woche zu Woche weniger zu werden. Sie taucht echt in eine andere Welt ab. Körperlich anwesend, aber sonst...

Also wenn es los geht, bevor sie angesetzt wird, ist sie im Kopf schon irgendwie dabei - sie fiept und jault. Es kann nicht schnell genug gehen. Erinnert mich an Schlittehunde, bevor der Musher das Kommando zum Ziehen gibt. Ich habe nie vorher eine Situation erlebt, wo sie sich so verhält.
Auf der Trail ist sie total konzentriert (eben in einer anderen Welt) weder andere Hunde noch Menschen noch sonst etwas kann sie von dem gesuchten Geruch ablenken. Selbst wenn sie die Spur verliert, sucht sie so lange, bis sie sie findet. Da ich meinen Hund SO nicht kenne, kann ich nur vermuten, dass schon das Suchen allein für sie selbstbelohnend ist.
Daher auch meine Bedenken über die Auswirkungen der Sache.
Klar versuche ich jeden Ansatz einer Spur zu folgen zu verhindern, aber sie ist wirklich sehr schnell und manchmal erkenne ich einfach zu spät, dass es eine Spur war und kein Grasbüschel, das si eben mal abgeschnüffelt hat. Sie sucht halt nicht ausschließlich mit tiefer Nase, sondern irgenwie kombiniert. Auch beim Trailen sieht man oft nur am Zug und nicht an der Kopfhaltung, dass sie einen Geruch in der Nase hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Sternchen103 hat geschrieben:
@Mucki88
Ich kann dir nur zustimmen, was die Umsetzung von Verhaltensanweisungen an Fremde bzgl. dem Hund betrifft. Hatte schon oft die Situation, dass die Leute nickten, ich das Gefühl hatte, sie hätten mich verstanden und sich dann trotzdem total fasch verhielten.
Ich weiß zwar nicht, was du konkret unter Basisarbeit verstehst.

alltägliches.
dafür braucht es kein mantrailing (was natürlich nicht heißen soll, dass du es nicht machen sollst).
ich denke in "normalen" situationen ist es leichter, eingewiesene / verlässliche personen einzusetzen, als diese dann zum mantrailer-treffen mitzuschleppen.
oder du hast eben eine tolle gruppe, in der sich jeder korrekt an deine anweisungen halten kann.

meiner erfahrung nach ist das aber oft nicht der fall, weil beim mt ja auch noch viele andere dinge wichtig sind, wie das richtige anzeigen, die lange belohnung usw. und wenn die person an der trainiert werden soll dann zusätzlich auch noch auf die ängste deines hundes (die ja recht stark zu sein scheinen) achten muss... da ist sicher nicht jeder zu geeignet :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Mantrailing - eine gute Idee?
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Junghund
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@Mucki88
Basisarbeit - aso, das meinst du. Gehört bei uns zum Alltag. Ein Spaziergang ist immer auch zum Teil Übung - doch nicht nur. An der Gewöhnung an Fremde arbeite wir seit der Welpenzeit. Dennoch kann ich so etwas wie Generalisierung bei meiner Hündin nicht beobachten. Es ist, als würde sie denken. "Ok, die Zweibeiner, die mir bisher begegnet sind waren zwar ok und auch nett, aber das heißt noch lange nicht, dass der, der da jetzt auf mich zukommt genauso ist." :-? Wie gesagt, Mantrailing ist nicht der erste Schritt auf diesem Weg, ist mehr so in Richtung Verzweiflungstat, weil alles andere nicht die erhoffte Wirkung brachte. Ok, ich übertreibe ein bißchen, aber die Richtung stimmt schon.
Ist ja auch nicht so, dass sie von Fremden nichts annehmen würde - im Gegenteil. Nur trennt sie offenbar zwischen dem Akt des Fütterns durch Fremde und der Einschätzung der Bedrohung. Also in der Art - jemand der mir Leckerchen zuschiebt muß noch lange kein freundlicher Zweibeiner sein.
Wie gesagt, in diesem Bereich habe ich mich auch schon darauf eingerichtet, dass ich sie gerade bei fremden Mensche einfach bei mir behalte oder zu mir rufe. Funktioniert auch.
Worum es mir ging, war diese Jagdgeschichte, von der ich auf keinen Fall möchte, dass meine Hündin ihre Künste da auch noch perfektioniert.
Die Mt-Gruppe ist eine feste Gruppe mit einer begrenzten Zahl von gleichbleibenden Personen. Da gibt es auch keine Probleme, meine Hündin lässt sich von den mittlerweile sogar anfassen und streicheln, weil sie offenbar verstanden hat, dass die jetzt eben dazugehören.


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