Tipps von Beagle-Haltern gesucht

English Beagle, Kerry-Beagle
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Engelke

Tipps von Beagle-Haltern gesucht

Beitrag von Engelke »

Hallo liebe Beagle-Fans!

Ich habe zwar keinen Beagle, aber mindestens genau so einen Sturkopf wie ihr :wink: ! Einen Basset Artesien Normand und sie heisst Frieda.

Frieda ist jetzt fast 11 Monate alt und kann nicht ohne Leine laufen. Sobald sie von der Leine ist, haut sie ab und ward so schnell nicht wieder gesehen :redcard:

Mit Sitz und Platz klappt es einigermaßen, aber auch da wartet sie nur so lange bis sie ihr Leckerlie hat. Aber wie gesagt, die großen Probleme haben wir mit dem Komm. Sie hört uns genau, aber sie überlegt, ob sie gehorchen soll und meistens (99 %) tut sie es dann nicht. Auch Leckerlies bewirken nichts, die ignoriert sie einfach.

Man soll den Hunden ja auch nicht hinterher rennen. Aber was mach ich denn sonst. Ich rufe und rufe und sie haut einfach ab. Läuft mit Radfahrern, Hunden oder Kindern einfach weg!!!
Wir haben sie normalerweise immer an der Leine oder an der Schleppe. Aber einmal hat sie sich aus dem Halsband gefriemelt, einmal haben die Kinder die Leine nicht richtig befestigt und einmal haben wir probiert, ob sie mit einem befreundeten Hund mitläuft. Immer ist sie abgehauen udn ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich habe immer Angst, dass sie sich verirrt oder vor ein Auto läuft.

Bin für jeden Tipp von euch dankbar.

Gruß

BeagleMary

Beitrag von BeagleMary »

Ich würde ihr ein extrem gut sitzendes Geschirr besorgen und dann gaaaaanz doll Schleppleinentraining machen.
Sie ist jetzt wirklich im besten Alter -> Pubertät pur *g*

Es gibt hier unter "Erziehung" den Schleppleinenthread als Wichtig markiert, da stehen ganz viele gute Tipps drin. Kannst du dir ja mal durchlesen!
Ansonsten kann ich dir das Buch "Antijagdtraining" von Pia Gröning empfehlen.

Es gilt auf jeden Fall: Einen längeren Atem als der Hund haben :thumbsup:
Und vor allen Dingen Frieda keine Erfolgserlebnisse mehr gönnen. Heißt also an der Schleppleine bleiben! Und die die sie bekommt sind mit dir zusammen :wink:
Also zusammen Nasenarbeit machen, zusammen den Wald entdecken, miteinander spielen, Leckerliesuche... gibt es denn Leckerchen die sie draußen frisst? Spielt sie?

Wie reagiert sie darauf wenn du wegläufst oder dich versteckst?
Geht sie auch jagen?
Wie habt ihr das "Komm" bisher aufgebaut?

Engelke

Beitrag von Engelke »

Hallo :waving: ,

ich glaube ich beantworte dir erst mal deine Fragen, damit du dir ein besseres Bild machen kannst.

- sie hat ein Halsband, weil in unserer Hundeschule nur Halsband geduldet wird (ist aber die beste Huschu in unserer Stadt). Da gehen wir auch sehr gerne hin, aber sie haben keine Erfahrung mit Bassets (es hat noch keiner in die Prüfungsvorbereitungsgruppe geschafft) und wenig Erfahrung mit Beagles.

- in der Stadt haben wir sie an der 2m Leine, aber so bald wir auf freier Flur sind, ist sie nur an der Schleppe. Das klappt auch sehr gut, weil sie genau weiss, dass sie an der Schleppe ist! Ist die Schleppe ab, klappt nichts mehr.

- ihre "Erfolgserlebnisse" hatte sie die von mir beschriebenen Male und jeden Sonntag in der Hundeschule. Wir machen ja das Training an der Leine, aber so bald sie von der Leine ist, kann ich rufen und rufen und sie kommt nicht zu mir, sondern rennt nur zu den anderen, bereits angeleinten Hunden. Laufe ich ihr hinterher, rennt sie wieselflink zum nächsten Hund. Das dauert dann so lange, bis sich einer erbarmt und sie festhält und ich sie wieder anleinen kann! Das ist äußerst depriemierend :cry: .

- Leckerchen frisst sie natürlich gerne, aber man kann sie nicht locken wenn sie von der Leine ist!

- das mit der Spurensuche nach den Leckerlies hat sie noch nicht richtig verstanden. Sie interessieren dann auch weniger die Leckerlies, sondern mehr die anderen Geruchsspuren nach Hunden und Wildtieren.

- Leider frisst sie nicht besonders gut, am liebsten natürlich nur die besonderen Sachen und nicht das Trockenfutter. Aber auch für einen Basset Artesien Normand ist sie sehr schlank (war der Papa aber auch)

- auf weglaufen und verstecken reagiert sie gar nicht! Hat sie aber auch als Welpe nicht gemacht. So etwas wie "Welpenfolgetrieb" kennt sie nicht. Sie hat auch alleine keine Angst. Wir haben es schon mit Verstecken und weglaufen versucht, aber es kümmert sie dann nicht was wir machen. Sie hat einen totalen Dickschädel!

- zum Jagen hatte sie bisher noch keine Gelegenheit, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie es machen würde. Z. B. auf Katzen reagiert sie gar nicht. Die können in 10 cm Entfernung auf der anderen Seite der Terassenscheibe an ihr vorbeilaufen, dass kümmert sie nicht. Sie bellt auch sehr selten und ist eher ein ruhiger Hund.

Unserer Hundetrainer sagt auch immer, dass wir sturer sein müssen als der Hund und immer wieder konsequent, aber das hilft einem auch nicht wirklich weiter, wenn sie wieder überhaupt nicht hört.

Vielleicht kannst du, oder ein anderer Beaglebesitzer, mir ja noch ein paar Tipps geben. Ich möchte ja keinen super dressierten Hund der tausend Kunststückchen kann und sich total sklavisch verhält, sondern einen Hund, der auch ohne Leine in meiner Nähe laufen kann und sich und andere nicht gefährdet.

Puuh, ist zwar ein bisschen lang geworden, aber vielleicht könnt ihr ja jetzt ein besseres Bild machen.

Beaglegirl
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Beitrag von Beaglegirl »

Hallöchen erstmal :)

Ich versuche jetzt auch mal deine Frage zu beantworten.
Zunächst muss ich auch einmal betonen, dass alle Tipps nicht bringen, wenn ihr sie nicht konsequent und über einen langen Zeitraum befolgt.

sie hat ein Halsband, weil in unserer Hundeschule nur Halsband geduldet wird (ist aber die beste Huschu in unserer Stadt). Da gehen wir auch sehr gerne hin, aber sie haben keine Erfahrung mit Bassets (es hat noch keiner in die Prüfungsvorbereitungsgruppe geschafft) und wenig Erfahrung mit Beagles


In unserer Huschu wurde nur ein Geschirr geduldet, trotzdem trägt Snoopy immer Halsband. Soviel dazu. Läuft dein Hund viel an der SL ist es mM nach nicht verantwortbar den Hund am Halsband laufen zu lassen. Stell dir vor der Hund läuft mit voller Power in die Schleppleine. Was da für eine Kraft wirkt. (Das könnte man denk ich sogar mal mit ner einfachen Formel ausrechnen. Dann weiß man mal welche Kraft da etwa wirkt. Vielleicht mach ichs mal, wenn mir langweilig ist :evil: )


ihre "Erfolgserlebnisse" hatte sie die von mir beschriebenen Male und jeden Sonntag in der Hundeschule. Wir machen ja das Training an der Leine, aber so bald sie von der Leine ist, kann ich rufen und rufen und sie kommt nicht zu mir, sondern rennt nur zu den anderen, bereits angeleinten Hunden. Laufe ich ihr hinterher, rennt sie wieselflink zum nächsten Hund. Das dauert dann so lange, bis sich einer erbarmt und sie festhält und ich sie wieder anleinen kann! Das ist äußerst depriemierend


Ist das kein eingezäuntes Gelände?
Und warum leint ihr sie überhaupt ab? Bzw warum kommt euer Trainer nicht auf die Idee das nicht mehr zuzulassen?

Grundsätzlich denke ich liegt bei euch vor allem das Problem Pupertät vor. Eure Hundin testet einfach mal so richtig aus. Ob der Jagdtrieb schon da ist oder nicht, werdet ihr wohl früher oder später an einer entsprechenden Situation feststellen. :wink: Es kann durchaus sein, dass der noch ein bisschen auf sich Warten lässt.

Ich würde vorschlagen, dass ihr euren Hund wirklich nicht mehr ableint (in der nächsten Zeit). Und schaut auch, dass er keine Mgl bekommt sich aus Halsband oder Geschirr zu befreien.
Geht zum Punkt Null zurück und ruft sie in ganz einfachen Situationen zu euch her. Und immer schön loben und Leckerlis geben. Dann langsam Schwierigkeitsgrad steigern.

Und ihr solltet an eurer Beziehung arbeiten. Dazu kann man ruhig das Leckerlisuchen verwenden. Dann wird der Spaziergang gleich nicht mehr so langweilig :wink:

lg
Julia

Engelke

Beitrag von Engelke »

Hallo Julia,

eben schnell eine Kurzantwort von mir (habe im Momet wenig Zeit):

Ist das kein eingezäuntes Gelände?
Und warum leint ihr sie überhaupt ab? Bzw warum kommt euer Trainer nicht auf die Idee das nicht mehr zuzulassen?


Die Gruppenarbeit für unsere Vorbereitungsgruppe findet auf einem eingezäunten Gelände statt. Aber vor der Stunde dürfen die Hunde toben und dann sollen sie auf Zuruf kommen und Sitz machen und sich anleinen lassen. Diese Sache mit dem An- und Ableinen findet noch ein bis zweimal während der Stunde statt. Dann kommt es immer zu der Situation, dass Frieda als einzige noch rumrennt und alle anderen Hunde schon angeleint sind!

Gruß,

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Meriones
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Beitrag von Meriones »

Hab auch einen Beagle und kann die bisherigen Tipps (keine Erfolgserlebnisse beim Abhauen mehr, Schleppleine, ihr eine Show bieten, sich interessant machen, viel belohnen) nur bestätigen.
Bedenken solltest du: ein Basset ist ein Meutehunde, andere Hunde sind ihm extrem wichtig. Für unsere Beaglehündin waren wir auch uninteressant, sobald andere Hunde in der Nähe waren. Auch freundlichen fremden Menschen ist sie gerne gefolgt, und allem nachgeteufelt, was sich schnell bewegt hat (Blätter im Wind, rollernde Kinder, Fahrradfahrer, Quads, etc. :o )
Ganz wichtig: in solchen Situationen, wenn du genau weißt, daß sie eh nicht hören wird, nicht rufen! Sie lernt sonst nur, daß sie dein Rufen ignorieren kann und trotzdem Spaß mit den anderen Hunden hat. Nachrennen ist auch schlecht, aber kassier sie irgendwie kommentarlos und unauffällig ein, bzw. bitte die anderen Leute am Platz, sie ruhig zu verhaften und hol sie dir ab.

Zum Mutmachen: Inzwischen ist unsere Hündin fast 5 Jahre und geht als Reitbegleithund ohne Leine durch wildreiches Gebiet. Allerdings muß man immer die Augen auf ihr haben und Jagdverhalten rechtzeitig erkennen und abbrechen. Und immer Leckerli zur Belohnung dabei haben. Laufhunde sind halt keine Hütehunde.

Futterbelohnungen waren uns bei der Erziehung eine wichtige Unterstützung. Wir haben hier auf Qualität gesetzt und beim Training nur die absoluten Leckerbissen verwendet, bei ihr waren das Quargel (Harzer Käse), sonstiger Käse, im Backofen getrocknetes Fleisch, Leberwurst aus der Tube.
Finde heraus, ob du bei deiner Hündin etwas findest, das sie wirklich lecker findet und das es dann nur als Belohnung beim Training gibt.

Engelke

Beitrag von Engelke »

@ Meriones

Vielen dank für deine Tipps. Wir werden versuchen noch konsequenter zu sein und eure Tipps zu beherzigen.

Gerade weil sie auch Erfolgserlebnisse beim Ausreissen hatte, ist es natürlich schwer ihr da abzugewöhnen. Aber wir arbeiten drann :wink: .

Auch heute in der Huschu ist es für sie das Größte mit den anderen Hunden (alle viel größer als sie) herumzutollen und zu rennen. Dann wird sie auch nicht müde und rennt und rennt.

Vielen Dank noch einmal für eure Tipps und ich berichte bald einmal, ob sich was getan hat.

Gruß,

kiwi998

Beitrag von kiwi998 »

Kann Meriones zu 100% zustimmen!
Nicht rufen, wenn eh zu erwarten ist das sie nicht kommt. Ist natürlich schwierig wenn der Hund keine Leckerlis mag...da hatten wir Glück. Oskar kann problemlos freilaufen, aber er hatte auch eine sehr wilde Pubertätsphase in der nix mehr ging und auch er war schlau genug zu wissen wann die Schleppe dran war und wann nicht. Wir haben die Schleppe einfach immer weiter gekürzt bis noch ein 30 cm langes Stück am Geschirr hing und dass immer beim Freilauf, über Monate, so das er immer das Gefühl hatte das wir Ihn unter kontrolle hatten. wenn ihr ein eingezaüntes Gelände bei der HuShu zur Verfügung habt würde ich sie einfach mal alleine lassen, also alle Hunde toben andere rufen Ihre Hunde, Du rufst Deinen 1x, max 2x und wenn Sie nicht reagiert verlassen alle, auch du kommentarlos den Platz. Auch das haben wir mit Oskar gemacht, 3 - 4 mal, Ergebnis war das er sofort angelaufen kam, denn komplett alleingelassen zu werden ist für einen Meutehund echt ätzend. Sie zu das Du ihn dann von einem versteckten Punkt aus beobachten kannst, wenn er unruhig/unsicher wird (mach dir nix vor, das kann dauern, es gibt ja noch soooo viel zu schnüffeln und zu gucken...bei uns beim ersten mal fast 40 min) geh hin und ruf sie, wenn sie dann zu Dir kommt ist deine Freude natürlich unbeschreibbar, wenn sie nicht kommt, das ganze Spiel von vorne, umdrehen und gehen.
Vielleicht bringts was, wichtig ist - wurde eben schon mal geschrieben- Du musst den längeren Atem haben und 120% konsequent sein, auch wenn es schon mal nervt, es lohnt sich!!


Viel Glück
Kiwi :waving:

Engelke

Beitrag von Engelke »

Hallo Kiwi,

ja, sie sind wirklich clever unsere Hunde :lol: , sie merken immer ganz genau, ob und welche Leine dran ist!

Bei uns ist ein weiteres Problem, dass auch die Kinder öfters mit Frieda gehen. Da lassen sie dann Sachen durchgehen, die wir so nicht sehen möchten. Und im Moment ist Frieda läufig und völlig durch den Wind.

Wir sind schon am Überlegen, ob wir alle Kommandos wieder neu mit dem Clicker aufbauen. Aber da müsste ich mich erst mal schlau machen.

Wir versuchen schon möglichst Konsequent zu sein, aber manchmal klappt es einfach nicht. Auch habe ich panische Angst, dass mir mir ganz wegläuft, wenn sie mal ohne Leine ist. Erst letztens wurde bei uns ein toter Hund gefunden, er war auch ausgerissen und hat sich dann wohl verirrt.

Gruß,

Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Ich hatte im ersten jahr auch immer Angst sie von der leine los zu lassen. Sie ist mir auch schon sehr sehr oft weg gelaufen. Aber inzwischen vertraue ich ihr eigentlich (natürlich nur wenn ich auch Leckerlis dabei habe, ansonsten rennt sie fort wenn es ihr zu langweilig bei mir wird).

Wenn dein Hund verwirrt ist, wegen deine Kinder, weil sie andere Sachen durchgehen lassen als du, ist das schlecht. Einmal kann er das machen und ist okay und beim nächsten Mal bekommt er deshalb Ärger.
Da würde ich den kindern auch klar sagen, wann sie mit dem Hund schimpfen müssen.

Die Kommandos alle neu lernen. Das habe ich mir auch schon überlegt. Ich glaube nämlich sie weiss teilweise nicht wirklich was gemeint ist.
Wir haben aber auch den Fehler gemacht, dass wir ihr Kommandos in englisch und deutsch beigebracht haben.
Nun sagen wir es nur noch in englisch und es klappt zwar ein bisschen besser aber sie vertauscht trotzdem noch einiges.

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