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Agression bei blauen Doggen
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Autor:  BaronesseBea [ 06.02.2011 00:18 ]
Betreff des Beitrags:  Agression bei blauen Doggen

Hallo ihr Lieben!

Habe diesen Artikel entdeckt und seitdem geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Was hält ihr davon? Über die Kundgebung eurer Meinung würde ich mich freuen :gossip:

http://www.doggennetz.de/index.php?opti ... Itemid=115

Autor:  malipower23 [ 06.02.2011 09:26 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

In meinem Verein ist eine Doggenhalterin mit einem sehr tribeigen Rüden.

Von ihr habe ich, dass die blauen damals eher auf aggro selektiert wurden, weil sie im Osten als Wachhunde etc. eingesetzt wurden. Wer biss, kam in die Zucht.

Autor:  Mina [ 06.02.2011 11:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

hm...ich kenne bzw. kannte drei doggen persönlich: gecheckt, blau und schwarz. alle drei waren recht liebe Tiere mit sehr wenig Trieb. der Gecheckte lief hier auch immer frei rum und hat sich mit alles und jeden verstanden.
Der Blaue ruhte in sich und zeigte nur innerhalb seines Reviers Aggressionen, draußen war er vollkommen entspannt, auch bei anderen Hunden.
Der Schwarze ist eher ängstlich, geht aus seiner Unsicherheit heraus auch mal nach vorne, sobald jemand etwas angst zeigt. geht man drauf, sucht er das weite. Bei anderen rüden hat er sich auch etwas affig, Hündinnen und Welpen sind in Ordnung.
Menschen gegenüber ist er auch eher freundlich gesinnt und ihm fehlen ein paar Gehirnwindungen :p

Der Beute- und Spieltrieb war bei allen dreien wenig ausgeprägt.

Autor:  BaronesseBea [ 06.02.2011 14:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

Danke für eure Beiträge! In dem Artikel wird öfters der Rüde "Darcy vom Leininger Land" erwähnt, den sie bei 5 von 7 Problemfällen in der Ahnentafel vorfanden. Tja und nun habe ich festgestellt, dass das der Uropa väterlicher seits meiner Kleinen ist. Denkt ihr, dass die genannten Problemhunde wirklich aufgrund ihrer Genetik Problemfälle waren?

Autor:  termite [ 06.02.2011 15:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

zu deiner ausgangsfragestellung kann ich dir nichts sagen, da ich keine doggen persönlich kenne.

Zitat:
Denkt ihr, dass die genannten Problemhunde wirklich aufgrund ihrer Genetik Problemfälle waren?

ja, das ist möglich. wesensschwäche kann vererbt werden, unabhängig von der rasse oder der farbe.

Autor:  babett [ 06.02.2011 19:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

termite hat geschrieben:
Zitat:
Denkt ihr, dass die genannten Problemhunde wirklich aufgrund ihrer Genetik Problemfälle waren?

ja, das ist möglich. wesensschwäche kann vererbt werden, unabhängig von der rasse oder der farbe.
Wenn ich den zitierten Artikel richtig interpretiere, dann war nicht "Wesensschwäche" die Ursache, sondern es werden pathologische veränderungen im Gehirn vermutet. Das wär dann aber wieder was organisches.

Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, daß 1 Hund in der 4. Generation (immerhin hat Hund in 4 Generationen im Idealfall 30 Ahnen!) eine Wesensschwäche vererbt. Vor allem, wenn man davon ausgeht, daß Verhalten eine Heritabilität von etwa 20% hat.

Autor:  termite [ 06.02.2011 22:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

das mit der wesensschwäche ist glaub ich eh sehr sehr komplex. ob das nun bis in die vierte generation reicht...schwer zu sagen (wär ja zu schön, wenn man das einfach feststellen könnte). zudem gestaltet sich der patholgische nachweis von wesensschwäche als sehr schwierig, ich weiß von einer jüngst eingeschläferten khc-hündin, die war total irre im kopf, sie wurde auch nach dem tod untersucht, aber rein organisch war sie völlig gesund. aber auch geschwister von ihr erleideten das gleiche schicksal, sowie vorfahren aus der linie.

Autor:  giddy1000 [ 07.02.2011 20:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

Bei dem Phänomen, von dem hier auf doggennetz.de berichtet wird, geht es, wie ich aus einem Telefonat mit der Betreiberin der Seite erfuhr, nicht um eine Wesensschwäche sondern möglicherweise um eine ideopathische Aggression. Hierbei handelt es sich nicht um eine Aggression im eigentlichen Sinne, sondern um eine Art Anfallserkrankung. Während dieser Aggressionen sind die Hunde nahezu völlig weggetreten und nehmen oft gar nicht mehr wahr, was sie da eigentlich anrichten. Meistens passiert das im häuslichen Umfeld, wenn der Hund eigentlich zur Ruhe kommt, daher sind auch meistens Familienmitglieder betroffen. Das pathologisch gesichert festzustellen ist derzeit kaum möglich, da diese Krankheit zwar schon seit den 80er Jahren bekannt ist (damals unter dem Namen "Cocker Wut"), aber noch immer nicht erforscht wird. Da sich das Problem im Promillebereich abspielt, eher noch weniger, wird ihm leider nicht genug Bedeutung beigemessen. Von einer genetischen Disposition kann man hierbei ausgehen, weil es meist bestimmte Linien sind, die davon betroffen sind. Ob es dominant oder rezessiv vererbt wird, ist wegen mangelnder Forschung leider ebenfall noch nicht bekannt. Vernünftig wäre es, die betroffenen Hunde aus der Zucht zu nehmen. Leider ist es oft so, dass es rein optisch gemessen an dem Rassestandard sehr schöne Tiere sind, und somit die wenigsten Züchter (auch in anderen Rassen) diese vernünftige Konsequenz ziehen und es leider nur wenig offenen Umgang mit dem Problem gibt. Im Gegenteil haben solche Züchter, die das Problem offen thematisieren, oft mir Repressalien ihrer Züchterkollegen zu rechnen, was den offenen Umgang nicht eben fördert.

Autor:  simsala [ 08.02.2011 08:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

@ giddy 1000
Danke für den Beitrag das es sich hierbei um "cocker wut" handelt war mir nicht bewusst.
Da ich selbst zwei doggen habe unter anderem einen blauen rüden hab ich natürlich auch mal geschaut ob eine der genannten linien in meinem hund vorkommen....

soweit ich das verstanden hat geht es hierbei nicht um eine wesensschwäche sondern eher um eine (einfach ausgedrückt) erbkrankheit des gehirns (zumindest wird das vermutet).

Ich habe aber auch schon mal gerüchte über die selben symptome in der geflecktzucht (einen bestimmten rüden) gehört, der diese angeblich auch auf seine nachzucht übertragen soll.
Aber da ich genetisch nicht bewandert bin und den rüden auch nur vom hörensagen kenne, möchte ich da auch nichts weiter dazu sagen....

@bea

mach dir keine sorgen, deine kleine ist bis jetzt absolut normal entwickelt, nur ein wenig zickig, aber wie der herr so des gscher oder??

Autor:  giddy1000 [ 08.02.2011 10:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Agression bei blauen Doggen

Ja, so könnte man das ausdrücken, @simsala

Charakteristisch bei diesen Hunden ist eben das anfallsartige Auftreten der Aggression. Sie haben in der Regel dabei ein stieren, fast apathischen Blick und sind nicht mehr wirklich ansprechbar. Wenn man den Hund gut kennt, kann man die Anfälle mit der Zeit schon im Vorfeld erkennen. Tritt das bei einem Hund von der Größe einer Dogge auf, ist das natürlich nicht gerade witzig, da diese eben durch das Kraftpotenzial, welches sie mitbringen, schon einiges an Schaden anrichten können. Außerhalb dieser Anfälle sind es oft die tollsten Hunde und man würde überhaupt nicht vermuten, was da sonst noch so in dem Tier schlummert und bei diesen Hunden kommt man in aller Regel irgendwann an einen Punkt, wo das ganze nicht mehr tragbar ist. Die Hunde werden in der Regel bis zum 2. Lebensjahr auffällig, beim Rüden kann man mitunter den Verlauf noch durch eine Kastration für eine Weile positiv beeinflussen, während es bei einer Hündin dadurch meist noch schlimmer wird. Aber letztlich käme man, wenn wirklich die "Ideopathische Aggression" bei einem Hund vorliegt, irgendwann dahin, dass es für alle Beteiligten, nicht zuletzt auch für die Hunde besser ist, den Hund zu erlösen. Erziehungsmäßig ist das ganze im Gegensatz zu "echten" Aggressionen (mir fällt da gerade keine besseres Wort zu ein) nicht ranzukommen.
Das muss natürlich alles nicht heißen, dass jeder Hund aus diesen Linien daran erkranken muss, aber eine gewisse Disposition ist wohl vorhanden und auch ein gesundes Tier kann es weitergeben. Wenn man aber eben bei Hunden aus solchen Linien eine Aggression hat, die überhaupt nicht zu beeinflussen ist, und den Hund erscheinen lassen wie Dr. Jykill und Mr. Hyde in Personalunion, dann sollte man das im Hinterkopf haben und den Hund einem Tierarzt vorstellen. Meistens liegen bei solchen Hunden auch noch Stoffwechselstörungen in irgendeiner Art vor. Aber all das sind nur Hinweise, dass etwas sein könnte, denn auch andere Erkrankungen können zu scheinbar grundlosen Aggressionen beim Hund führen. Gesicherte Diagnosen gibt es dazu leider mangels Forschung noch nicht. Mehr Informationen dazu findet man z.B. hier: http://www.absolut-hund.de/AH-Report-01-11.pdf ab Seite 57 auch noch mit weiterführenden Links zum Thema.

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