Eine Kollegin von mir hat einen Doodle aus einer F1b-Verpaarung. D.h. zuerst wurde
Pudel mit Retriever verpaart, und eine Hündin aus dieser Verpaarung dann wieder mit einem Pudel.
Die Ausgangsrassen waren Flat Coated Retriever und Mittelpudel. Und zurück gekreuzt wurde dann wieder mit einem Mittelpudel.
Dieser Doodle hat eine sehr angenehme Grösse. Bei uns im Institut ist er
Bürohund im Vorzimmer vom Chef. In Retrievergrösse wäre er eindeutig "zu viel
Hund" für diesen Job...
Zu der ewigen "Das sind doch alles bloss Mischlinge"-Geschichte: Ja, sind sie. Mit einer absoluten Existenzberechtigung, wenn in ihrer Zucht auf
Gesundheit und Wesen Wert gelegt wird. Ursprünglich wurde der Doodle als reiner Assistenzhund gezüchtet, und obwohl es inzwischen
Züchter gibt die jede Kreuzung von Pudel und Retriever als Mode"rasse" vermarkten, gibt es immer noch Doodle-Züchter, die in ihrer Zucht höhere Anforderungen an ihre Zuchttiere stellen, in Bezug auf Wesen und Gesundheit, als so mancher Pudel- oder Retrieverzüchter, der in der
FCI irgendwelche Show-Champions züchtet.
@sirooris: Wenn Du Dich für einen Doodle interessierst, dann schau Dir möglichst viele davon in natura an. Meine Kollegin war absolute Hundeanfängerin, mit nicht einfachen Wohnverhältnissen (hellhörige Altbauwohnung in der Stadt, Vermieter hat direkt unter der Wohnung eine Praxis, viele freilaufende Hunde in diesem Gebiet usw.). Und der Hund musste von Junghund an entweder mit ins Institut (und sich dort entsprechend zu benehmen wissen) oder aber halbtags problemlos alleine bleiben können. Wir haben zusammen lange nach einer passenden Rasse gesucht, dann den Doodle für sie gefunden, dort dann die richtige Züchterin. Und die hat den passenden Welpen aus dem Wurf ausgesucht. Alles von langer Hand geplant, und es hat deswegen auch super funktioniert. Der Hund passt in allen Belangen 100%ig in sein Umfeld und seine Familie. U.a. auch von der Grösse.
Worauf Du Dich beim Doodle einstellen musst: Das Fell ist recht pflegeaufwendig. Zwar haaren die meisten Doodle nicht, wodurch sie bei entsprechender Frisur sehr pflegeleichte Haushunde sind. Aber alle Doodle, die ich persönlich kenne bzw. kannte, haben/hatten das feine Pudelhaar. Welches schnell verfilzt, wenn man an den relevanten Körperstellen nicht regelmässig kämmt (ggf. täglich). Auch schützt das Fell nicht wirklich gut gegen Nässe. Das regelmässige Schneiden des Felles ist ein Muss, und ggf. muss man sich bei echtem Mistwetter Gedanken über eine Regendecke machen, wenn man lange mit dem Hund draussen läuft. Dafür hat man aber kaum Hundehaare in der Wohnung und an den Klamotten, und wenn man die Behaarung an den Beinen schön kurz hält bei Mistwetter weniger Dreck im Haus.
Wichtig ist den richtigen Züchter zu finden. Aber das gilt ja auch für jeden Rassehundwelpen, den man kauft. Sprich man muss bei den Züchtern die Spreu vom Weizen trennen können, damit man nicht bei einem Vermehrer landet.