Tagebuch:Aufnahme einer"ausgemusterten"Zuchthündin, neu S.7

Hier wird alles zum Thema Hund bequatscht.
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rita & webster
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Tagebuch:Aufnahme einer"ausgemusterten"Zuchthündin, neu S.7

Beitrag von rita & webster »

hallo zusammen,
wir überlegen schon lange zu unserem webster einen 2. hund dazu zu nehmen.
da webster 1 jahr 8 monate bernersennen-labrador vom verhalten eher zu den grobmotorikern gehört und sich auch wegen seiner zerebralallergie eher langsam weiterentwickelt haben wir leider nur wenig kontakte mit anderen hunden.
wir dachten, eine etwas ältere hündin, mit viel liebe und geduld könnte ihm gesellschaft leisten und vielleicht auch noch zur weiteren entwicklung beitragen.
jetzt haben wir im tierheim eine über 3 jährige labradorhündin aus einer zuchtfarm in ungarn gefunden. wir haben sie einmal angesehen und sie hat unser herz mit ihrer freundlichkeit berührt. wir wissen noch nicht wie wir weiter vorgehen werden.

hat jemand erfahrung mit ausgemusterten zuchthündinnen?

hoffe auf ganz viele antworten.
liebe grüße rita und webster.

Edit: Titel geändert, um zu verdeutlichen, worum es der Verfasserin geht
Zuletzt geändert von rita & webster am 20. Dez 2010, 10:09, insgesamt 5-mal geändert.

Schnecke

Beitrag von Schnecke »

Ja ich hab so eine Hündin vor drei Jahren vom Tierschutz vermittelt bekommen.
Am Anfang war sie nur ängstlich, kannte keine Treppen, bei Mulden am Boden traute sie sich auch nicht gehen und wenn fremde Menschen entgegenkamen beim Gassigehen, hat sie sich zitternd hingeworfen. Ich hab viel Geduld und Liebe gebraucht, aber jetzt ist sie ein selbstsicherer Hund und von ihrem damaligen Erlebnis ( sieben Jahre eingesperrt in einem dunklen Stall) ist kaum mehr was zu merken.
Also zu einem dominanten Hund würde ich keine Zuchthündin geben, ihr Selbstbewusstsein muss ganz dringend aufgebaut werden und da braucht sie die ganze Fürsorge und Liebe für sich alleine, zumindest am Anfang.
Ich würde es zumindest auf Probe versuchen, aber wenn sie Angst hat vor dem anderen Hund, würde ich es bleiben lassen.
LG
Schnecke

Birgele
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Beitrag von Birgele »

Die Mutter meines Labbis ist ebenfalls eine "ausgemusterte" Zuchthündin eines holländischen Vermehrers. Sie war sehr verstört, kam zu Leuten, die schon eine Labbi-Hündin haben. Es ist sehr rührend, zu sehen, wie sie aufgeblüht ist, sie ist glücklich und sehr dankbar. Ihr tat es gut, dass sie "Zweithund" wurde, das hat ihr Sicherheit gegeben. Allerdings: ob es so gut ist, eine Hündin, die ständig Welpen zur Welt bringen musste, zu einem Rüden zu geben - ich bin ein wenig skeptisch. Oft werden diese Hündinnen für den Deckakt festgebunden, damit sie Rüden nicht ablehnen können. Das ist für mich Vergewaltigung. Und ich kenne aus dem Tierschutz einige ehemalige Zuchthündinnen, die Angst vor Rüden haben.
Vielleicht wirklich erstmal ausprobieren. Hättet Ihr denn die Möglichkeit, mal einen gemeinsamen Spaziergang zu machen? Um zu schauen, wie sich die beiden finden?
Grüße, Birgitta

BullyThea

Beitrag von BullyThea »

Die meisten TH geben Interessenten doch die Möglichkeit, eine Verträglichkeit mit dem schon vorhandenen Hund auf neutralem (!) Gebiet zu testen.

Ein dominanter Hund (nicht im Sinne von frech und unerzogen, sondern von in sich sicher und von dem sich andere Hunde gern führen lassen) kann für eine solche Hündin sogar hilfreich sein, weil sie ihm ohne zu zögern die Führung überlassen kann. Vorausgesetzt, sie hat keine Angst vor ihm und er mobbt sie nicht.
Dominanz ist keine negative Eigenschaft!
Aber davon war in deinem Post ja auch nichts zu lesen. Grobmotorik ist ja damit nun nicht gleich zu setzen.
Und sie wird u.U. wirklich besser dran sein, wenn sie kein Einzelhund ist. Das Vertrauen zu Menschen ist bei solchen Hunden oft klein. Ist aber ein Hund da, an dem sie sich orientieren kann, lernt sie viele Alltagssituationen leichter einzuschätzen und zu durchleben. Kommt auch auf die "Alltagstauglichkeit" und soziale Kompetenz des Ersthundes an.

Das Argument von "Birgele" ist echt nicht von der Hand zu weisen. Eine Rüden-Angst kann durchaus da sein.

Hoffentlich hat das TH wirklich fähige Mitarbeiter, die euch beim Zusammentreffen der Hunde dahin gehend beobachten und beraten werden.

Ich wünsche euch das Beste!

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rita & webster
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Beitrag von rita & webster »

vielen dank für eure lieben antworten.
möchte noch einiges zur beurteilung der situation ergänzen.

Webster ist kastriert, ich denke, dass er deshalb ihr gegenüber kein rüdengehabe veranstalten wird.

Die hündin ist erst kurz in deutschland. Im moment ist sie mit einem rüden in einem zwinger. die beiden sind sehr freundlich miteinander umgegangen. also auch die hündin hat freundlich auf ihn reagiert und sich ausgiebig von uns durch den zaunsteicheln lassen.

wir besuchen jede woche unsere hundeschule, haben hier aber immer nur einzeltraining. sonntags gehen wir mit auf den sozialisierungsspaziergang. wir wollen mal eine ausführliches gespräch mit unserem trainer führen. der kennt webster und kann bestimmt beurteilen, ob es auch für unseren hund sinn macht. darüberhinaus wird er uns bestimmt auch wegen der hündin beraten können und wenn wir uns entscheiden, kann er uns hoffentlich mit rat und tat zur seite stehen.

Liebe grüße rita und webster

Birgele
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Beitrag von Birgele »

Ich finde, das hört sich alles ganz gut an, es könnte klappen. Zu wünschen wäre es der Hündin ja, dass sie bald ein schönes Zuhause bekommt. Woher kommt sie denn?

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rita & webster
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Beitrag von rita & webster »

sie kommt aus Ungarn und ist circa 3 jahre alt.

LG rita

Birgele
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Beitrag von Birgele »

Richtig, hattest Du ja oben schon geschrieben... Sorry, hab ich überlesen.
Berichte doch mal, wie es weitergegangen ist...!
Grüße, Birgitta

Angel of darkness

Beitrag von Angel of darkness »

Hi,

also, wir hatten zwei Kuvacz-Hündinnen, die auch von einem Vermehrer kamen.

Anfangs waren beide sehr ruhig aber mit ein bischen Gedult waren beide so tolle Hunde, die sich auch bestens mit anderen und auch mit unserem Rüden verstanden haben.

Ich denke man sollte es auf jeden Fall auf neutralem Boden versuchen. Lass die beiden sich kennenlernen, die Hunde zeigen dir dann, wie du weiter vorgehen sollst.

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rita & webster
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Beitrag von rita & webster »

hallo zusammen, ':waving:'

große aufregung, kira ist nun zur vermittlung frei und wir stehen ganz vorn auf der liste. werden morgen hinfahren und noch ein bischen streicheln und knuddel.

wir haben mit unseren hundetrainer gesprochen, er sagt, dass es zum jetzigen entwicklungsstand von webster durchaus gut gehen kann. wir haben uns darauf geeinigt, die entscheidung mit beratung des trainers zu treffen. er betreut auch die tiere im tierheim und könnte uns dann mit sicherheit (bei einer positiven entscheidung) bei einem geregelten ablauf helfen. und wenn unser trainer uns den rat gibt, kira lieber nicht aufzunehmen, werde ich das akzeptieren. denn unser webster soll natürlich auch keine rückschritte machen.

bin echt ganz aufgeregt, weil ich auch nicht weiß, ob meine entscheidung richtig ist.
wenn ich mit freunden und bekannten rede, werden wir eigentlich immer für verrückt erklärt :-) dann 2 hunde ,und noch so große, und drei katzen und drei kinder :-). aber ich finde es schön wenn es im haus rumwuselt.

werde weiter berichten
liebe aufgeregte grüße
rita und webster

Barrie
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Beitrag von Barrie »

Na ja, wenn es bei der Dreierei bleiben soll, muß ja dann noch ein Hund her :lol: :lol: :lol:
Viel Glück und alles gute auch für die Hündin.
Barrie

Angel of darkness

Beitrag von Angel of darkness »

Ja, wünsch ich dir auch

Birgele
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Beitrag von Birgele »

Auch von mir viel Glück. Ich wünsche allen Beteiligten, der Hündin besonders, dass es gelingt!
Grüße, Birgitta

Quarus
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Beitrag von Quarus »

Schließe mich an, das wäre Euch und der Hündin nur zu wünschen! :waving:

tinisliebling

Beitrag von tinisliebling »

Birgele hat geschrieben:Oft werden diese Hündinnen für den Deckakt festgebunden, damit sie Rüden nicht ablehnen können. Das ist für mich Vergewaltigung.


ja, ist das so?? :shock: :redcard: :redcard: :rifleshot:

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